Durch die Tabuisierung des Themas Tod und allem, was damit zusammen hängt, ist ein offener Dialog im täglichen Alltag selten möglich. Dies führt zu Informationsdefiziten und Gerüchten. Sich härtnäckig haltende Vorurteile sind die Folge.

Hier finden Sie die am häufigsten an uns herangetragenen Fragen beantwortet. Sollten Sie weitere Fragen haben dürfen Sie uns diese gerne jederzeit stellen.

 
Wie hoch ist die Sterbegeldbeihilfe der Krankenkasse?

Wie kann ich jetzt schon für mich und meine Angehörigen vorsorgen?

Stimmt es, daß eine Seebestattung teurer als eine "normale" Bestattung ist?


Werden dem Verstorbenen beim Anziehen der Kleider die Knochen gebrochen?

Was ist ein Talar?

Sieht man die Flammen, wenn zum Abschluß der Trauerfeier im Krematorium der Sarg nach hinten weg fährt?

Bin ich an den Bestatter gebunden den bspw. die Polizei oder das Krankenhaus beauftragt hat?

Muß die Verstorbene sofort auf den Friedhof verbracht werden?

Wie ist das mit dem Erbschein?

Welche Unterlagen werden im Todesfall benötigt?
Wer bestimmt die Art und den Rahmen der Bestattung?

Wie läuft eine Seebestattung ab?
 
Wie hoch ist die Sterbegeldbeihilfe der Krankenkasse?

Die Höhe der Sterbegeldbeihilfe für Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen betrug 525,00 €, für Mitversicherte die Hälfte, 262,50 €. Voraussetzung für den Zahlungsanspruch war die Mitgleidschaft bei einer Krankenkasse zum Stichtag 01.01.1989. Ab dem 01.01.2004 wurde dieser Anspruch vom Gesetzgeber ersatzlos gestrichen. Wir empfehlen Ihnen zur Schließung der finanziellen Lücke eine Sterbegeldversicherung.

 
Wie kann ich jetzt schon für mich und meine Angehörigen vorsorgen?

Über einen Bestattungsvorsorgevertrag haben Sie die Möglichkeit Ihre Bestattung oder die eines Angehörigen zu organisieren. Neben der Dokumentation Ihrer Wünsche sollte eine detailierte Kostenaufstellung mit Übertragung des Totenfürsorgerechts und der finanziellen Absicherung Inhalt des Vertrages sein. Die Kreisvolkshochschule Ludwigshafen/Rh. bietet hierzu einen Vortrag an.

 
Stimmt es, daß eine Seebestattung teurer als eine "normale" Bestattung ist?

Entgegend der landläufigen Meinung ist der Nachweis der Verbundenheit zur See nicht notwendig, um für sich oder einen Angehörigen eine Seebestattung durchführen zu lassen. Je nach Region und Beisetzungsort auf See können die Preise einer Seebestattung stark differieren. Eine Kostenaufstellung für eine Erd-, Feuer- und Seebestattung wird Ihnen Ihr Bestattungsinstitut sicherlich erstellen. Es ist hierbei zu beachten, daß die Kosten für die Grabeinfassung, den Grabstein mit Beschriftung und die Erstbepflanzung bei einer Erd- oder Feuerbestattung ebenso zu berücksichtigen sind wie die laufenden Kosten der Pflege während der Ruhefrist des Grabes. Hieraus ergibt sich eine momentan höhere finanzielle Belastung des Rechnungsträgers bei einer Seebestattung, die sich aber innerhalb kurzer Zeit amortisiert hat.

Neben den Kosten der Bestattung sollte jedoch nicht außer acht gelassen werden, daß bei einer Seebestattung kein Bezugspunkt zur Trauerbewältigung in Form eines Grabes, das man immer dann besuchen kann, wenn einem danach ist, zur Verügung steht. Eine Absprache mit den Angehörigen ist daher zu empfehlen.

 
Werden dem Verstorbenen beim Anziehen der Kleider die Knochen gebrochen?

Nein, dies ist nicht möglich! Beim Dehnen der Muskeln, welche durch die Leichenstarre verhärtet sind, ist es nicht möglich Knochen zu brechen. Die dafür erforderliche Kraft ist durch die ankleidende Person nicht aufzubringen.

 
Was ist ein Talar?

Ein Talar oder Totenhemd ist eine hinten offene Bekleidung für den Verstorbenen, welche im Genick durch 2 Fäden gebunden wird. Den Talar gibt es sowohl für Frauen als auch für Männer in den unterschiedlichsten Ausführungen, Farben und Preisklassen. Der Talar besteht zu 100% aus verrottbarem Material.

 
Sieht man die Flammen, wenn zum Abschluß der Trauerfeier im Krematorium der Sarg nach hinten weg fährt?

Nein, auch dieses Gerücht hält sich hartnäckig. Zum einen wäre dieser Anblick für die Trauergemeinde unzumutbar, zum anderen verhindern einschlägige Vorschriften und Bestimmungen eine solche Vorgehensweise. Zudem ist in den meisten Fällen die notwendige amtsärztlichen Leichenschau, welche immer vor einer Kremierung erfolgen muß, zum Zeitpunkt der Trauerfeier noch nicht erfolgt.

 
Bin ich an den Bestatter gebunden den bspw. die Polizei oder das Krankenhaus beauftragt hat?

Die Bestattung läßt sich in 2 größere Bereich unterteilen.

Der erste Bereich ist der Überführungsauftrag. Dieser kann durch die Polizei, das Krankenhaus oder Alten- bzw. Pflegeheim erteilt werden. Er beinhaltet die Überführung des Verstorbenen zum Freidhof und eventuell zur Gerichtsmedizin.

Der zweite Bereich ist der eigentliche Bestattungsauftrag. Beim Bestattungsauftrag wird alles notwendige mit dem Bestatter ihrer Wahl besprochen und der Umfang der Dienstleistungen abgesteckt.

Wenn die Hinterbliebenen den Auftrag erteilen, liegen beide Bereiche bei ein und dem selben Bestatter. Damit der Bestatter ihrer Wahl sofort nach Ableben benachrichtigt werden kann, sollte die entsprechende Institution bereits zu Lebzeiten darüber informiert werden, welchem Bestattungsinstitut Sie Ihr Vertrauen schenken.

 
Muß die Verstorbene sofort auf den Friedhof verbracht werden?

Nach dem Gesetz muß die Überführung 36 Stunden nach Eintritt des Todes begonnen haben. Dies bedeutet für die Hinterbliebenen, daß eine Aufbahrung zu Hause bis zum nächsten Tag in aller Regel möglich ist. Auf Anordnung der Ordnungsbehörden kann dies jedoch beispielsweise bei Infektionsgefahr unterbunden werden.

 
Wie ist das mit dem Erbschein?

Der Erbschein kann nicht vom Bestattungsinstitut im Auftrag der Erben beantragt werden. Diesen müssen die Erben bei dem für den am letzten Wohnort des Verstorbenen zuständigen Amtsgericht persönlich beantragen. Neben dem Personalausweis wird eine Sterbeurkunde im Original benötigt.

 
Welche Unterlagen werden im Todesfall benötigt?

Alle benötigten Unterlagen können Sie unserem Merkblatt entnehmen.

 
Wer bestimmt die Art und den Rahmen der Bestattung?

Gemäß § 9 BestG Rheinland-Pfalz sind in absteigender Reihenfolge für die Bestattung verantwortlich:

      1. eigener Wille (Bestattungsvorsorge)
      2. Ehegatte
      3. Kinder
      4. Eltern
      5. Geschwister
      6. Großeltern
      7. Enkelkinder

 
Wie läuft eine Seebestattung ab?

Die Seebestattung ist eine besondere Form der Feuerbestattung.

Nach der Kremierung des Leichnams werden die Aschenreste in einer speziell für die Seebestattung zugelassenen Urne aufbewahrt. Diese wird außerhalb der 3-Meilen-Zone der offenen See (meistens Nord- oder Ostsee) übergeben. Bei dieser Zeremonie können, wenn eine stille Beisetzung nicht gewünscht wird, die Angehörigen mit dabei sein. Ebenso wie bei einer herkömmlichen Bestattungsart kann auch hier Einfluß auf die Ausgestaltung der Feierlichkeiten genommen werden. Als Nachweis und Erinnerungsstück erhalten die Hinterbliebenen einen Auszug aus dem Schiffstagebuch und eine Seekarte mit eingetragenem Beisetzungsort.

Voraussetzung ist, daß diese Bestattungsart dem Wunsche und Willen des Verstorbenen zu Lebzeiten entsprochen hat.